I. Göttinger Spendengala zu Gunsten Flüchtender

PM des Göttinger Bündnis gegen Rechts: Spendenlauf gegen rechte Hasskultur

Das Göttinger Bündnis gegen Rechts hat durch seine verlässlichen, kreativen und erfolgreichen Kundgebungen in den vergangenen Wochen der Haltung vieler Göttinger_innen ein Gesicht gegeben: Göttingen als vielfältige Stadt und die gesamte Region dulden keinen rechten Aufmarsch und keine menschenverachtende Politik. Nach den wochenlangen Daueranmeldungen von NPD-Landtagskandidat Jens Wilke, die zuletzt von ihm zurückgezogen wurden, erhält Göttingen am Samstag, 10.09.16, erneut Besuch der Rechtsradikalen.

Aus Sicht des Göttinger Bündnisses gegen Rechts ist dies eine gute Gelegenheit aufzuzeigen, dass auch mit diesem ungebetenem Besuch kreativ, aber angemessen umgegangen werden kann. Angelehnt an das erfolgreiche Konzept „Rechts gegen Rechts“, das im niedersächsischen Bad Nenndorf geboren wurde, ruft das Göttinger Bündnis gegen Rechts alle Firmen, Institutionen und Privatpersonen dazu auf, den geplanten Aufmarsch der Rechtsradikalen mit einer Spendengala für Flüchtende ad absurdum zu wenden.

„5 Teilnehmer zu 500 Protestierenden war den Rechten keine Lehre. Diese größenwahnsinnige Beharrlichkeit, mit der sie Göttingen und das Umland belästigen, wollen wir kontinuierlich brechen: am besten mit viel Karikatur der Nazis und unserer Solidarität für Weltoffenheit und gegen Rassismus“, erklärt ein Aktionssprecher des Göttinger Bündnisses gegen Rechts.

Das Konzept „Spendengala“ sieht vor, mit jeder Minute, die Nazis in Göttingen bei ihrem Aufmarsch stehen werden, unfreiwillig Geld für ihr selbsterkorenes Feindbild der flüchtenden Menschen zu sammeln.

„Diese Aufmarsch-Show der Rechten wollen wir zu unserem Erfolg machen. Wir rufen alle Menschen, die dieser rechten Hasskultur ein Ende setzen wollen, dazu auf, unsere Protestkundgebung und unsere Intervention mit aktiver und finanzieller Beteiligung zu unterstützen. Jede kleine Spende zählt. Verwandeln Sie mit uns diese tumbe Nazidemonstration in einen fulminanten Spendenlauf für die Hilfsorganisation Sea-Watch e.V.“, so der Sprecher im Bündnis gegen Rechts.

 

Das Göttinger Bündnis gibt gerne Auskunft zum Konzept und der Empfängerorganisation Sea-Watch e.V. unter
spendengala-goettingengegenrechts@gmx.de.

Direkte Spendenunterstützung der Göttinger Spendengala-Aktion zum 10.9.2016

Spendenkonto: IBAN DE77100205000002022288
Kontoinhaber: Sea-Watch e.V.
Kennwort: Spendengala
Sea-watch.org

Spendengala

BUNT ROCKT gegen Rechts

Uns alle beschäftigt immer wieder auch die Frage, wie wir das Getriebenwerden durch den „Freundeskreis“ durchbrechen können und aus der Reaktion zur Aktion kommen. Dazu gibt es mittlerweile erste schöne Ideen; einige wurden auch schon umgesetzt.

Auch das Bündnis in Katlenburg-Lindau ist dieser Frage nachgegangen …

Zur Erinnerung: In Lindau war der „Freundeskreis“ Anfang des Jahres mehrere Wochen allsonntäglich aufmarschiert und hier, wie in anderen Orten, hat sich spontan eine Gegenbewegung gebildet: Bei ewigem 5-Grad-Schmuddelwetter wurde mit guten Redebeiträgen, Musik, Kaffee und Kuchen jeden Sonntag eine klare politische Haltung gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit öffentlich artikuliert und allen politisch Interessierten eine Anlaufstelle geboten. 

Das hat, wie auch in anderen Orten, dazu geführt, dass der „Freundeskreis“ – immer in der Minderzahl – seine Versuche, dort Fuß zu fassen, momentan aufgegeben hat.

… und hat entschieden unter dem Motto BUNT ROCKT gegen Rechts am

3. September ab 18:00 Uhr in Lindau, Hopfenbergstraße (Save the Date!)

ein Rock gegen Rechts durchzuführen und damit offensiv, bunt und laut kundzutun, dass Rechtsextremismus nicht erwünscht ist.

Bunt_rockt_gegen_Rechts

Wir freuen uns, dass folgende Gruppen zugesagt haben:

Bad Nenndorf Boys (Bad Nenndorf)

call:BOYS (Duderstadt)

Egos vs Emo (Göttingen)

Hatless Cat (Berlin)

Sambatida (Göttingen)

Zeitlos (Lindau)
Zeitlos

Analyse der letzten Woche

Knickt der sogenannte „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ ein oder ist das „Volk“ vom Aussterben bedroht?

Analysieren wir mal die letzte Woche: Der/die FKTNPD wurde am 13.08.2016 mit ihren etwa 45 Teilnehmenden von der Polizei in die „ganz rechte“ Ecke des Bahnhofsvorplatzes platziert. Das schien Wilke und Co überhaupt nicht zu schmecken. In Wilkes selbstgedrehtem Video schimpfte er über die Polizei sowie die Stadtverwaltung und kündigte an, ab sofort wöchentliche NPD-Demos in Göttingen anzumelden. Im Anschluss an die Göttinger Demo marschierte Wilke mit seinen Anhängern (geschrumpft von ca. 45 auf etwa 30) durch Adelebsen. Könnte die mangelnde Teilnehmerzahl Grund für die Absage der geplanten Demo am Sonntag gewesen sein? Dann werden auch noch die restlichen Demo-Anmeldungen in Adelebsen zurückgezogen. Als Anlass gibt Wilke einen Trauerfall in einer Adelebser Familie an, worauf sie Rücksicht nehmen wollen. Ist dieser traurige Anlass nicht eher für Wilke eine willkommene Chance, schadens- und spottfrei aus der Adelebser Nummer herauszukommen? Ohne Grund konnten die Anmeldungen des/der FKTNPD nicht zurückgezogen werden. Schließlich hatten sie immer wieder betont, dass sie sich erst aus Adelebsen zurückziehen würden, wenn der Bürgermeister bestimmte Forderungen erfüllen würde, was auch als Erpressung gedeutet werden könnte.

Die angemeldete Göttinger Demo/Wahlveranstaltung oder wie auch immer der/die FKTNPD das nennt am 19.08.2016 war dann wohl der reine Flop. Insgesamt versammelten sich 4 Möchtegern-Weltverbesserer um Wilke. Zeitgleich waren wohl 2 Lautsprecherfahrzeuge (PKW) in und um Göttingen unterwegs. Die Insassen sollen wohl nichts weiter von sich gegeben haben als „NPD wählen“. Fraglich ist, inwieweit sie dafür eine Genehmigung hatten. Wenn man sich dann mal über die Gesamtzahl ernsthaft Gedanken macht, kommt man auf insgesamt etwa 13 Personen – 5 am Bahnhof und max. 4 in jedem PKW. Wo war der Rest? Laut Wilke soll es Absagen der „ach so treuen“ Kameraden gegeben haben, weil es eine Auflage der Versammlungsbehörde gegeben haben soll, dass der/die FKTNPD die Lautsprecheranlage weder zur Bahnhofsseite noch in Richtung Gegenkundgebung stellen dürfe. Gab es da etwa keine andere Richtung – z. B. nach rechts – in die man die Lautsprecher hätte hinstellen können?

Oder lag die niedrige Teilnehmerzahl eher daran, dass bei den bisherigen Demos auch Unterstützer u.a. aus Dortmund, Nienburg, Hannover, Hildesheim und dem Thüringischen Eichsfeld unter den bisher max. 50 Teilnehmenden waren? Können diese sich die wöchentlichen Fahrten nach Südniedersachsen vielleicht zeitlich und finanziell nicht leisten?

Erfolgreiche Kundgebung in Dransfeld

Am 11. Juni haben wir mit 11 Personen die Dransfelder Kundgebung, an der ca. 400  Menschen teilnahmen, unterstützt. Nach einem Friedensgebet in der evangelischen Kirsche bildeten wir eine lange bunte Menschenkette. Zusätzlich mobilisierte das Göttinger Bündnis gegen Rechts zu einer Sitzblockade an der sich über 100 Antifaschisten anschlossen.

Durch die Kundgebung und vor allem die Sitzblockaden konnte verhindert werden, dass der geplante Marsch des rechten „Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen“ mit ca. 60 Teilnehmenden durch Dransfeld durchgeführt werden konnte. Diese Gruppierung zog unverrichteter Dinge wieder ab und meldete eine Spontandemo in Göttingen an. Sie fuhren – im Schlepptau die Polizei – zum Kaufpark. Dort wollten Sie an der Kasseler Landstraße entlang marschieren, was aber von den Verantwortlichen der Polizei untersagt wurde. Daraufhin fuhren sie weiter nach Adelebsen. Hier konnten sie unter lautstarkem Protest von ca. 30 Anwohnern ihren Marsch (leider auch an einer Flüchtlingsunterkunft vorbei) durchführen. In Adelebsen sollen nach Augenzeugenberichten nur noch etwa 40 Sympathisanten des Freundeskreises gewesen sein.

Erfreulich ist es, dass so viele Menschen wieder gezeigt haben, dass rechtes Gedankengut nicht geduldet wird.

Ein sehr guter Redebeitrag der Basisdemokratischen Linke kann hier nachgelesen werden:

 

Der Polizeibericht zum Ablauf:

 

Des Weiteren hat der „Dransfelder Stadtmusikant“ Heiner Zamponi selbstgetextete Songs vorgetragen. Einen davon möchten wir hier veröffentlichen:

Kundgebung mit bunter Menschenkette in Dransfeld

Der sogenannte „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ hat für Samstag, 11. Juni in Dransfeld eine Demo angemeldet. Die Bündnisse gegen Rechts – Duderstadt bleibt bunt und bunt statt braun Katlenburg-Lindau möchten zahlreich die Dransfelder unterstützen.

Bitte nehmen auch Sie daran teil, um dieser Gruppierung zu zeigen:

„Wir sind GEGEN Rechtsextremismus und menschenverachtende Einstellungen. Wir sind FÜR eine bunte Vielfalt und Toleranz. Ihr seid zwar laut, aber wir sind VIELE!“

Bitte bringen Sie, falls vorhanden, bunte Tücher zur Bildung einer bunten und langen Menschenkette mit.

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Vortrag: „Handlungsmöglichkeiten gegen Rechts“

Lokale Handlungsmöglichkeiten gegen NPD, „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“, AfD und andere rechtsextreme Gruppen

Das hat uns schon wie der Blitz getroffen, als ab Ende November 2015 der Rechte sogenannte „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ mit Mahnwachen nach Duderstadt kam. Veranstaltungen von NPD, AfD oder anderen rechten Gruppen waren uns eher aus dem Obereichsfelder und Harzer Raum bekannt.

Die Reaktion war die Gründung des „Bündnisses gegen Rechts“ und die Durchführungen von verschiedenen Protestaktionen. Das Ergebnis ist aus unserer Sicht eher positiv. Der Freundeskreis trifft sich aktuell nicht in Duderstadt und der von den Rechten erwünschte Zulauf zu ihren Mahnwachen in Duderstadt hat nicht stattgefunden.

Wir als Bündnis arbeiten weiter und aktuell unterstützen wir die verschiedenen Protestaktionen, wie zum Beispiel gegen das NPD-Rockkonzert am 28. Mai in Leinefelde und gegen den „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ der jetzt in Dransfeld für den 11. Juni eine Großkundgebung angekündigt hat.

Viele von uns fragen sich, ob das rechte Gedankengut des sogenannten „Freundeskreises“ für Bürgerinnen und Bürgern in unserer Region eine Lösung sein kann. Bei genauen Hinschauen erkennt man sehr schnell, dass da keine Lösungen, sondern nur Polemik auf Kosten von Minderheiten angeboten werden.

Wir als Bündnis stellen uns natürlich auch die Frage, was können wir eigentlich vor Ort in einer Stadt wie Duderstadt leisten, mit dem Ziel, dass auch der „Freundeskreis“ erkennt, dass sie mit ihren Inhalten bei uns keine Chance haben.

Die lokalen Handlungsmöglichkeiten wollen wir im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung mit

Julia Willie Hamburg

Mitglied des Niedersächsischen Landtages, Sprecherin für Kinder, Jugend, Familie und Antifaschismus von Bündnis 90/Die GRÜNEN

diskutieren.

Die Veranstaltung findet am

Dienstag, 17.Mai 2016 um 19.00 Uhr
in der Kreisvolkshochschule Duderstadt, Marktstraße

statt.

Über eine zahlreiche Teilnahme freuen wir uns

Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Kundgebung gegen Rechtsextremismus in Dransfeld

Der „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ hat für den Freitag, 22.04.2016 in Dransfeld wieder eine Demonstration angemeldet. Die Dransfelder rufen zur Teilnahme an einer Kundgebung auf.

Wir wollen die Dransfelder unterstützen und bitten euch/Sie, ebenfalls daran teilzunehmen getreu unseres Mottos „Gesicht zeigen“. Die Kundgebung beginnt um 18:45 Uhr mit einem Friedensgebet in der ev. Kirche St. Martini. Ab 19:00 Uhr findet auf dem Vorplatz der ev. Kirche die Kundgebung mit Redebeiträgen und Musik statt. Des Weiteren gibt es Gegrilltes.

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Vortrag „Menschefeindlichkeit in der Mitte der Gesellschaft“

Einladung

Bündnis gegen Rechts – Duderstadt bleibt bunt

… wir machen weiter!

Die eine Seite unseres Einsatzes für das zukunftsfähige Miteinander ist der öffentliche Protest gegen jede Form der Ausgrenzung. Die andere Seite ist die argumentative Auseinandersetzung mit Ursachen, Motiven und Formen sowie das Bemühen um wirkungsvolle Gegenmaßnahmen.

Mit einer weiteren Veranstaltung, über die sonntäglichen Kundgebungen hinaus, möchte das „Bündnis gegen Rechts – Duderstadt bleibt bunt“ die öffentliche Debatte fortsetzen.

Wir laden zu einem Vortrag und zur Diskussion zum Problem der Ausgrenzung ein:

Donnerstag, 21. April 2016, 19:00 Uhr

Kreisvolkshochschule Duderstadt

Referentin in der Veranstaltung: Frau Dipl. – Soz. Daniela Krause, Universität Bielefeld, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG)

Das Thema des Vortrags lautet: „Menschenfeindlichkeit in der Mitte der Gesellschaft“

Moderation: Dr. Guntram Czauderna

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Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Veranstaltung ausgeschlossen.