Grussbotschaft aus Güntersen

Wir haben von Norbert Hasselmann, dem Ortsbürgermeister von Güntersen, folgende Grußbotschaft erhalten:

Komitee „Güntersen, bunt statt braun“
Ziegenstr.5, Bachstr. 10, Hauptstr.24

37139 Güntersen

Liebe Bürgerinnen und Bürger von „Duderstadt bleibt bunt statt braun“

Das Komitee von „Güntersen, bunt statt braun“ dankt Euch ganz herzlich für Eure Unterstützung anlässlich unseres Günterser Frühlingsfestes im Februar 2015 gegen den Neonazi-Versuch eines Horst-Wessel-Marsches durch Güntersen und den Versuch rechtsoffener Hells Angels-charter, unser Dorf zu okkupieren.

Wir sind in Gedanken bei Euch, stehen an Eurer Seite im Kampf gegen die Ewiggestrigen,  gegen die „das wird man ja wohl noch sagen-Dürfer“, gegen Ausländerfeinde und Fremdenhasser und gegen diejenigen, die sich als gute Bürger verkleiden und -als innerliche skinheads- zur Tarnung außen Schlips und Kragen vorbinden.

Eure Wachsamkeit und Eure Ausdauer in der Abwehr gegen die Absicht derjenigen, die auf der Pegida-, Bragida-, Lei- und sonstwas-gida- Welle in die Mitte der Gesellschaft paddeln wollen, sind bemerkenswert und unübersehbar. Ihr habt im Rahmen unserer Möglichkeiten unsere Unterstützung.

Gern bleiben wir mit Euch in Austausch, Kontakt und gegenseitiger Hilfestellung.

                                                                                              Güntersen, Januar 2016

Mit solidarischen Grüßen
und stellvertretend für die Mehrheit unseres kleinen Dorfes
für das Komitee „Güntersen, bunt statt braun“
Lehr,  Spalke, Hasselmann

 

Ein paar Worte zu Güntersen:

Güntersen ist ein Ortsteil des Flecken Adelebsen mit ca. 740 Einwohnern.

Das Dorf gründete eine eigene Initiative gegen Rechts mit dem Motto „Wir zeigen Flagge“ und mobilisierte zu einem wirklich gelungenen Frühlingsfest. Gut 1300 Menschen folgten der Einladung. Allerdings sind die Neonazis gleich zu Hause geblieben.

Mario Messerschmidt aus dem Bundesvorstand der Partei „Die Rechte“ hatte einen Aufmarsch in Güntersen zur Kranzniederlegung zu Ehren des SA-Mannes Horst Wessel angemeldet. Nach massivem Widerstand in Göttingen und Güntersen und einer Verbotsandrohung durch den Landkreis, zog Messerschmidt die Anmeldung wieder zurück. Trotzdem wurde das Frühlingsfest durchgeführt. Die Teilnehmenden gedachten der im Dorf begrabenen drei im Nationalsozialismus ermordeten Zwangsarbeiter.

Des Weiteren wurde auch gesägtes Eichenholz versteigert. Dieses war aus dem vorangegangenen Jahr, als sich die Bewohner gegen die mehrmaligen Treffen der Hells Angels wehrten. Sie zersägten stundenlang eine alte Eiche mit einer Motorsäge, bis sich die Hells Angels mit Verweis auf die Mittagsruhe beschwerten. Die Bürger antworteten aber frech, dass es in Güntersen keine Mittagsruhe gäbe.